Warum Kleider Leute machen – oder eben auch nicht (Werbung)

Als ich damals in der Schule die Novelle „Kleider machen Leute“ von Keller lesen musste, waren meine Freundinnen und ich uns sicher: „Ja! Kleider machen definitiv Leute!“. Damals stand ich extra früher auf, um mich für die Schule zurecht zu machen, stand vor einem vollen Kleiderschrank, in dem ich oft nichts zum Anziehen fand. Heute – knapp 8 Jahre später ist alles etwas anderes.

Machen Kleider Leute?

Bis zum Abitur stylte ich mich jeden Morgen und überlegte mir oft stundenlang welche Kleidungsstücke ich miteinander kombinieren könnte.

Das ein oder andere Mal verzweifelte ich und wäre am Liebsten einfach nicht zur Schule gegangen und in meinen Schlafsachen im Bett geblieben.

Am Tag meines Abiballs machte es dann in meinem Kopf klick, ich hatte mir ein wirklich wunderschönes, langes, königsblaues Kleid gekauft. Ich saß mehrere Stunden beim Friseur und ließ mich frisieren und schminken – aber zuhause ging alles ganz schnell: Kleid anziehen, Reißverschluss zu und fertig war ich. Es folgte ein langer, wunderschöner Abend, der noch länger wurde, da ich tausende Haarnadeln aus meinen Haaren holen musste. Ich war so froh, dass ich mein Kleid in wenigen Handgriffen gegen meine Schlafsachen tauschen konnte.

Das war eines meiner Schlüsselerlebnisse, die mich zu einem Umdenken brachten. Ich reduzierte nicht nur meinen Schminkschrank, sondern auch meinen Kleiderschrank. Das Wichtigste für mich: Schöne & bequeme Klamotten, die sich gut kombinieren lassen.

Funktionell und dennoch schön

Bis heute minimalisiere ich meinen Kleiderschrank rigoros. Nachdem ich mit der Methode von Marie Kondo ausgemistet habe, habe ich in meinem Kleiderschrank (fast) nur noch Lieblingsstücke – und einiges was sich für die Laborarbeit sehr gut eignet.

Während ich im Winter auf kuschelig Pullover und bequeme Jeans stehe, sind Kleider meine absoluten Favoriten für sonnige Tage.

Kleid

Kleider machen Leute!

Sobald die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg durch die Wolken bahnen, krame ich meine Kleider heraus. Von Maxi über Medi ist hier alles dabei. Nur eins haben alle meine Kleider gemeinsam: Sie sind sehr luftig geschnitten und unglaublich angenehm zu tragen.

Mit meinen Kleidern kann ich es mir total einfach machen: Ich habe einige Alltagskleider, mit denen ich zu Vorlesungen, in den Park gehe oder auch in den Urlaub fahre. Außerdem habe ich etwas schickere Kleider für Geburtstage, die Abibälle meiner Brüder oder Hochzeiten.

Gefällt mir ein Kleid nicht mehr und wird nicht mehr oft getragen, gebe ich es nach einiger Zeit weg, damit mein Kleiderschrank (und damit auch ich) nicht überfordert werden.

Trotzdem liebe ich es bis heute neue Kleider bei Orsay online zu shoppen. Ich persönlich lasse mich sehr oft und gerne online inspirieren, denn wenn es um neue Kleidung geht muss heute für mich alles zu 100% stimmen.

Zieht nach reichlicher Überlegung dann ein neues Kleid bei mir ein, verabschiede ich mich immer von einem nicht wirklich geliebten alten Kleid.

Kleider machen Leute – manchmal

Zu Beginn meines Chemie Studiums musste ich mich davon verabschieden, jeden Tag perfekt gestylt zu sein. Denn weder Kleider noch hohe Schuhe haben im Labor wirklich was zu suchen. Stattdessen werden Unterwäsche & Oberteile aus Baumwolle und Jeans empfohlen. Deswegen musste ich mich und meiner Garderobe in meinem ersten Semester erst einmal umstrukturieren, denn trotz Vorgaben (die natürlich niemand wirklich einhält), möchte ich mich gerne wohlfühlen in meinen Klamotten – und gleichzeitig ohne größere Verbrennungen oder Verätzungen das Labor verlassen.

Knapp 8 Jahre nachdem ich Kellers „Kleider machen Leute“ lesen musste, ist mir etwas bewusst geworden. Es sind nicht die Kleider, die die Menschen ausmachen. Es sind weder die Marken noch die Kosten, die ein Kleidungsstück hat.  Vielmehr ist es das, was ich oder ein andere in seinen Klamotten ausstrahlt. Eine Zufriedenheit und das Gefühl, dass man sich einfach rundum wohlfühlt.

 

Aber was denkst du? Machen Kleider Leute?

 

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