Wie ich ordentlich wurde – Teil 1

Wenn jemand jemals meine Eltern fragen würde, wie mein Kinderzimmer immer ausgesehen hat, dann käme wahrscheinlich die Antwort, dass es niemals ordentlich gewesen ist. Es lagen immer Klamotten auf dem Boden, und es war schon ein Highlight, wenn man meinen brauen Zimmerboden jemals sehen konnte.

Seit circa 9 Monaten leben mein Liebster und ich nun in unserer ersten gemeinsamen Wohnung. Und wenn ich ehrlich bin: Es war oft chaotisch! Bis mir Anfang Dezember eine Erleuchtung kam.

Das Chaos und ich

Heute frage ich mich, wie ich zu einer so großen Chaotin werden konnte. Mein Elternhaus war nie ein Haufen Chaos – außer meine Brüder und ich hatten sturmfrei, da sah es immer schlimm aus.

Dennoch vermüllte mein Kinderzimmer immer mehr, die Einbauschränke wurden immer mehr gefüllt und irgendwann suchte ich stundenlang nach Dingen, die ich dringend brauchte. Ohne Spaß: Meine Lieblings-Sommerhose war für zwei Jahre verschwunden – zum Glück passte sie nach dem Wiederfinden noch

Auch der Umzug brachte mich nicht zum Umdenken, alles Erdenkliche wurde in Kartons geworfen, nur weniges sortierte ich aus. Heute stehen noch Kartons bei meinen Eltern im Keller und auf dem Speicher (Aber Mama: Ich komme dieses Jahr noch und kümmere mich auch darum!).

Ich hing an Dingen, bei denen ich heute nur meinen Kopf schütteln kann. Es zogen Dinge mit um, die ich bis heute – 9 Monate nach dem Umzug – nicht genutzt habe.

Das Chaos und wir

Und da saßen wir – mein Liebster und ich – dann im April 2018 in unserer ersten gemeinsamen Wohnung zwischen Kartons. Am ersten Abend waren wir froh, dass unser Bett bereit war. Und es dauerte unglaublich lang bis Kartons ausgeräumt waren und der Inhalt einen Platz fand.

In unserer Küche stapelten sich Tupperdosen, Teller und Co. Im Wohnzimmer lagerte so ziemlich alles, und auch das Badezimmer blieb nicht verschont – denn ich würde bestimmt jeden Nagellack brauchen, den ich mir je gekauft hatte.

Vielleicht kannst du dir in deinem Kopf ausmalen, was hier für Chaos ausbrach, wenn sich Besuch ankündigte – vor allem unsere Eltern. So früh sind wir sonst nie aufgestanden. Es wurde geputzt, weggeräumt und versucht alles ordentlich aussehen zu lassen.

Die Erkenntnis

Anfang Dezember 2018 war ich unglaublich unzufrieden mit unserer Wohnung, ich fühlte mich nicht wohl. Ich hätte quasi tagtäglich aufräumen können – aber die Motivation war quasi im Winterschlaf.

Also durchforstete ich Google und Facebook und wurde auf Flylady und Marie Kondo aufmerksam. Nach langem hin und her entschied ich mich dazu, das Buch Die magische Küchenspüle: Sich selbst und den eigenen Haushalt auf Hochglanz bringen (Affiliate Link) zu kaufen.

Ich hätte nie gedacht, dass ich ein Buch über Haushaltsführung und Organisation einmal so verschlingen werde – sogar meine Mama war im Urlaub reichlich irritiert. Oma fand es aber super – lach.

Bei der magischen Küchenspüle ist das Grundprinzip ganz leicht: Bringe deine Küchenspüle auch Hochglanz und deine Wohnung wir nach und nach folgen.

Ich habe noch nie so lange meine Spüle geputzt! Aber sie glänzte. Und einige Tage später glänzte die gesamte Küche. Ich war unglaublich zufrieden und stolz auf mich.

Dann kam Weihnachten. Wir waren wenig zuhause und nach den Feiertagen stapelten sich in unserem Wohnungsflur nicht nur Kartons mit Geschenken, sondern auch Geschenke für die Kaninchen, Essen und Co. Funkfact: Wir haben uns keine Süßigkeiten zu Weihnachten gewünscht. Nach Weihnachten passte nichts mehr in den Süßigkeitenschrank – und es ist wirklich ein großer Schrank.

Der zweite Schlüsselmoment zu mehr Ordnung ist noch gar nicht lange weg. Ich stand vor meinem vollen Kleiderschrank und fand einfach keinen Pullover zum Anziehen. Fast zeitgleich entdeckte ich die neue Netflix-Serie mit Marie Kondo.

Ich begann meinen Kleiderschrank auszumisten, ich füllte 5 große Tüten. Mein Liebster machte mit. Ich begann das Wohnzimmer aufzuräumen. Ich strukturierte Schubladen mit kleinen Kartons und einiges fand auch seinen Weg in den Müll. Anderes wird verkauft und gespendet.

Heute sind Wohnzimmer, Küche und Flur schon so wie wir es uns wünschen. Morgen folgt unser Kellerraum, Sonntag das Badezimmer und hoffentlich nächste Woche noch Schlafzimmer und Büro.

Wir scheinen unseren Weg zu finden

Langsam oder sicher scheint es so, dass wir unseren eigenen Weg zu Ordnung finden. Zunächst werden wir weiter nach Marie Kondo ausmisten – vieles weggeben und nur das behalten, was uns glücklich macht (und die Uni-Dinge). Unsere Putzroutine haben wir nach Zonen nach der magischen Küchenspüle sortiert – bzw. wir sind noch dabei.

Ich kann dir gar nicht sagen, wie befreiend und gut es sich anfühlt, gerade auf der Couch zu sitzen, mit unglaublich schönen Kissen – die mich so glücklich machen -, einer Wärmeflasche im Rücken und Ordnung vor meinen Augen.

Seitdem in unsere Wohnung mehr Ordnung einkehrt, kehrt auch in unseren Geist mehr Ordnung. Wir sind wacher für das, was uns persönlich glücklich macht. Ich habe ganz neue Ideen und Ziele für 2019. Eins davon: Ordentlich zu werden und zu sein.

Wenn jemand jemals meine Eltern fragen würde, wie mein Kinderzimmer immer ausgesehen hat, dann käme wahrscheinlich die Antwort, dass es niemals ordentlich gewesen ist. Es lagen immer Klamotten auf dem Boden, und es war schon ein Highlight, wenn man meinen brauen Zimmerboden jemals sehen konnte.Seit circa 9 Monaten leben mein Liebster und ich nun in unserer ersten gemeinsamen Wohnung. Und wenn ich ehrlich bin: Es war oft chaotisch! Bis mir Anfang Dezember eine Erleuchtung kam.

Bist du ein Chaot oder eher ordentlich? Oder ein ordentlicher Chaot wie ich?

 

 

 

P.S. Fortsetzung folgt.

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