Ganz privat: Meine Brille und ich

Ehrlich gesagt: Ich war noch nie ein Brillenmensch. Ich habe es noch nicht mal gemocht im Sommer bei strahlendem Sonnenschein eine Sonnenbrille zu tragen.

Aber dann kam letzte Woche die Hiobsbotschaft: Ich brauch eine Brille.

„Schatz, ich glaube du brauchst eine Brille“

Obwohl meine beiden Eltern und auch meine Großeltern eine Brille tragen, dachte ich immer der Kelch wäre an mir vorbeigezogen, denn ich konnte immer gut gucken. Auch den Sehtest zur Führerscheinprüfung bestand ich vor circa fünf Jahren ohne Probleme.

Aber die Symptome, die darauf hindeuteten, dass ich eine Brille brauche habe ich immer verdrängt: Die Migräne nach langen Autofahrten oder Dingen bei denen ich mich konzentriere, habe ich auf den Stress geschoben. Das ich nicht mehr lesen konnte was mein Professor anschreibt, auf die zu unordentliche Schrift und den zu hellen Stift. Doch irgendwann hörte ich in fast jeder Vorlesung von meinem Liebsten „Schatz, ich kann das alles lesen. Ich glaube du brauchst eine Brille.“. Was ich am Anfang für einen Scherz hielt, wurde aber mit der Zeit präsenter für mich und ich entschied mich einen Optiker aufzusuchen, um einen Sehtest zu machen.

Mein Sehtest

Ich musste mich wirklich überwinden und mir selbst in den Arsch treten, damit ich zum Optiker ging. Die Angst vor der Wahrheit, die Angst vor der Brille war irgendwie sehr hoch.

Schon beim ersten Optiker war klar: Ich bin kurzsichtig. Ich sehe von 160% circa 80%. Ich brauche eine Brille.

Ich sehe in der Weite übrigens das E wie das welches du links siehst, mit Brille sehe ich wie in der Mitte und „normal“ sehende Menschen sehen das E wie rechts.

Da ich alles nicht wahr haben wollte und mich beim ersten Optiker nicht so aufgehoben fühlte, kam ich nach einigen Gesprächen mit Freunden und Bekannten auf den kleinen Familienbetrieb Optiker Jägers. Hier fühlte ich mich gleich sehr aufgehoben und gut beraten, weswegen ich mich für einen erneuten Sehtest entschied.

Das Ergebnis dieses zweiten Sehtests unterschied sich (leider) kaum vom ersten: Kurzsichtig, -1 Dioptrien auf beiden Augen, Brille.

Auf der Suche nach meiner Brille

Es fiel mir sehr schwer herauszufinden, welche Brille zu mir passt und mir gefällt. Als angehende Chemikerin war ich vom Kopf her gleich gegen eine runde Brille, da sie mir gerade im wissenschaftlichen Bereich doch zu viele Klischees erfüllt und ich mich wahrscheinlich auch wegen meiner unterbewussten Einstellung super unwohl fühlte. Langsam tastete ich mich dann an meine Brille heran. Ein leichtes, schlichtes und sehr filigranes Gestell war mein Wunsch, denn damit fühlte ich mich am wohlsten.

Mein Geschmack war doch relativ schnell klar: Diese Brillen waren in der engeren Auswahl.

Nach einer ersten Vorauswahl, die ich mit einer Augenoptikerin traf, konnte ich mich dann bei einem zweiten Termin, zu dem mich nicht nur mein Liebster, sondern auch meine Mutter begleitete, für ein Gestell entscheiden. Es wurde ein Gestell von Esprit, denn das leichte, braune Gestell passt meiner Meinung nach ganz gut ins Gesicht und fühlt sich bequem auf Nase und Ohren an.

Kaum war das Gestell und die Gläser gewählt, wurde ich bzw. meine Augen auch schon vermessen, damit die Brillengläser perfekt auf mich abgestimmt werden konnten.

Bevor der Optiker mir meine Brille perfekt einstellen konnte, wurde ich bzw. meine Augen vermessen.

Übrigens habe ich mich für Brillengläser aus Kunststoff entschieden, da ich relativ tollpatschig bin und Angst hatte, die Mineralglas Gläser schnell kaputt zu machen. Kontaktlinsen kommen für mich (noch) nicht in Frage, da ich einerseits viel Respekt vorm ins Auge machen habe und Kontaktlinsen im Labor nicht so gerne gesehen sind.

Vier Tage später konnte ich meine Brille dann endlich abholen. Endlich? Ja, denn seitdem ich weiß wie die Welt eigentlich aussehen möchte, wünsche ich mir tatsächlich eine Brille in mein Gesicht.

So schön angerichtet hat mich meine Brille beim Optiker erwartet.

Wenn schon Brille, dann aber mit schönem Etui

Lustiger Weise war mein erster Gedanke, nachdem ich mich mit dem Gedanken eine Brille zu tragen abgefunden habe: „Dann brauche ich aber ein schönes Brillenetui.“

Ich wünschte mir ein Brillenetui mit Blümchen und mit pink – typisch Mädchen eben. Fündig wurde ich auf Wunder&Prächtiges beim Brillenetui La petite rose, denn das war Liebe auf den ersten Blick. Nach nicht mal zwei Werktagen kam das Brillenetui (und der Kaffeebecher im gleichen Design, in den ich mich gleich mit verliebt habe) auch schon bei mir an. Ich wurde nicht enttäuscht und habe einen neuen Lieblings-Onlineshop gefunden, in dem ich sicherlich öfters bestellen werde.

Ist dieses Brillenetui nicht bezaubernd.

Meine Brille & ich

Seit genau 4 Tagen habe ich nun meine Brille und ich muss sagen: Ich habe sie wirklich gern. Gerade sitze ich hier mit meiner Brille an meinem Laptop und tippe den Blogartikel für dich.

In meiner doch noch sehr kurzen Zeit als Brillenträgerin, fällt mir jetzt schon auf, dass ich kaum noch Kopfschmerzen habe und die Welt auf einmal viel schärfer sehe – ich kann den Preis vom Kaffee zum Beispiel am Kaffeeautomaten in der Fachhochschule von meinem Tisch aus lesen und muss nicht mehr aufstehen um den Preis herauszufinden. Ich bin wirklich glücklich und erleichtert jetzt eine Brille zu tragen und noch erleichtertet, dass ich von meinem Liebsten, meiner Familie, von meinen Freunden und von Bekannten bisher nur positives Feedback bekomme. Langsam aber sicher freunde ich mich mit der Brille an.

In der nächsten Woche muss ich dann noch einmal zu meinem Optiker, da meine Brillenbügel noch etwas eingekürzt werden müssen und meine Brille noch nicht ganz optimal sitzt (denke ich auf jeden Fall).

Meiner Meinung nach macht mich die Brille ein bisschen älter und schlauer (du siehst, dass ich noch zu oft in Schubladen denke)

Trägst du auch eine Brille? Und wie gefalle ich dir mit Brille?

 

 

 

 

Comments 4

  1. Ich trage selbst eine Brille seit ich 7 bin. Und bin sozusagen damit aufgewachsen. ich kenne es auch gar nicht anders. habe eine zeit lang mal über Kontaktlinsen nach gedacht,aber dieses schnell verworfen. ich mag einfach nichts in den Augen haben.
    Ich liebe meine Brille und bin vollstens damit zufrieden.
    Also ich mag den Still der Brille sehr und finde sie steht dir sehr gut,

    LG nadine

  2. Ich habe mich auch lange dagegen gewährt, eine Brille zu tragen, bis dann der Besuch beim Augenarzt unvermeidbar war, weil ich ununterbrochen Kopfschmerzen hatte. Da muss so mancher wohl einfach eine kleine Blockade im Kopf überwinden 😉

  3. In der Privatpraxis des Augenarztes haben sie mir auch zu einer Brille geraten. Ich weiß nicht so recht, ob ich nicht eine Lasertherapie in Anspruch nehmen sollte. Es wäre sicher leichter ohne Brille, aber ein bisschen fürchte ich mich auch davor.

    1. Post
      Author

      Hallo Emma,
      ich bin eher pro Brille eingestellt heute.
      Aber das ist natürlich eine ganz persönliche Entscheidung und Einstellung.
      Lg, Maike

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